Allgemein Region

Friedhöfe könnten zu einem Aufenthaltsraum werden

4. Februar 2019

Von Günther Geiling

Oberschleichach. Gartenkultur, Landesverschönerung, Heimatpflege, Natur und Umweltschutz gelten als die zentralen Aufgaben in der Arbeit der Obst- und Gartenbauvereine. Unter dem Leitthema „Gartenbauverein helfen Mensch und Natur“ fand am letzten Wochenende im „Umweltbildungszentrum“ in Oberschleichach ein Seminar für Vorstände und Mitglieder in der Vereinsleitung statt, bei dem der Landesverband sich Anregungen von der Basis holen wollte, aber auch umgekehrt neue Ideen und Projekte an die Hand gab.

Felicia Carano, von der Geschäftsstelle des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege stellte zu Beginn der Tagung das große Dienstleistungsangebot sowie die aktuellen Themen und Arbeitsprogramme des Landesverbandes vor. Über eine halbe Million Mitglieder hätten sich hier in 3250 Vereinen zusammengefunden, um gemeinsam ihre Ziele zu verwirklichen. Im Landkreis Haßberge sind es 6 500 Mitglieder, die in 78 Vereinen tätig seien.

Kreisfachberater Guntram Ulsamer dankte den Teilnehmern für ihr Engagement im Verein. Sie würden in großem Maße ihre Freizeit opfern, um für die Aufgaben des Vereins tätig zu sein. Der Kreisverband wolle für die Vereine eine Art „Netzwerkzentrum“ und Partner bei der Lösung von Fragen sein. Natürlich gebe es in den Vereinen ganz unterschiedliche Schwerpunkte von der Erhaltung der Kulturlandschaft über die Gärten bis hin zum Umweltschutz. Erfahrungsaustausch sei auch hilfreich bei der Ortsbildverschönerung bis hin zum Thema „Tradition und Brauchtum“.

Auch die Gartenkultur und das ökologische Wirtschaften seien wichtige Themen mit der Forderung „Gemüsegarten ohne Chemie“. Feststellen müsse man hier aber auch, dass die Kreislaufwirtschaft im Garten mit Kompost immer mehr verschwinde, obwohl doch aus dem Kompost ein guter Humus werde. Auch das Auffangen von Regenwasser sollte bei der Wasserknappheit in den Sommermonaten wieder mehr in den Focus gerückt werden.

Es gehe aber nicht nur um den Hausgarten, sondern auch um die öffentlichen Plätze im Wohnort oder die Friedhöfe. „Hier stellen wir einen starken Wandel in der Bestattungskultur fest, denn schon 50% der Bestattungen fänden über eine Verbrennung und Urne statt. Dementsprechend werden sich auch die Friedhöfe verändern.“ Der Friedhof könne dadurch von einer Steinwüste zu einem Aufenthaltsraum werden. Bei den Aktivitäten im Kreisverband streifte er dann die zahlreichen Aktionen vom Obstbaumschnitt, Apfelfest, Kräuterwanderungen bis hin zu kulinarischen Veranstaltungen oder Studienfahrten.

An besonderen Terminen gab er bekannt: 9. Februar Seminar für Jugendpädagogik, 15. März Jahreshauptversammlung in Neubrunn, 9. Mai Rundwanderung im Golddorf Unfinden, 12. Mai „Gartenparadiese Haßberge“ Königsberg, Oberschwappach und Hainert, 30. Juni „Tag der offenen Gartentür“ in Wasmuthhausen, 9. Juli die „besondere Veranstaltung in Friesenhausen“ mit Kramerladen und Privatgärten, 1. August Tomatenvielfalt und Tomatenanbau in Prappach, 4. Oktober Streuobstexkursion und 13. Oktober Apfelfest in Ebern.

Mit der „Achtsamkeit für die heimische Vogelwelt“ beschäftigte sich dann Helmut Hey vom OGV Unfinden und meinte gleich zu Beginn, man sollte dem Vereinsnamen auch noch den Zusatz „für Flurpflege“ hinzufügen. Früher habe er beruflich immer für die Schönheit des Landkreises geworben. Nun mische sich da hinein aber ein „Wermutstropfen“ und man sei vom Klimawandel und anderen Dingen bedroht. Durch Flurbereinigung im Wein-, aber auch im Feldbau sehe man in der Landschaft oft keinen einzigen Baum mehr und das sei ein Bild der Traurigkeit. Viele Vogelarten seien auch schon gar nicht mehr heimisch bei uns. 

Hey betonte, dass man es nicht nur den Kindern schuldig sei, sondern in jedem Dorf ein Mahnstein stehen sollte mit einem Leitgedanken, der von den Einwohnern bestimmt und sichtbar gelebt werden sollte. Dabei machte er selbst Vorschläge wie „eine Flur ohne Bäume ist wie ein Dorf ohne Kinder“ oder „wer einen alten Baum fällt, sollte gleich ein paar neue pflanzen“. Der 1. Vorsitzende des OGV Wülfingen, Josef Zenker, berichtete dann von den Aktivitäten in seinem Verein unter dem Motto „gemeinsam mit Herz für Dorf und Natur“.

 

 

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