Haßfurt. Sie ist nur wenige Millimeter groß, kann jedoch Kolonien von beachtlichem Ausmaß bilden: In Haßfurt ist die vermutlich invasive Ameisenart Tapinoma magnum nachgewiesen worden.
Die auch als Große Drüsenameise bekannte Art wurde im Bereich des Bahnhofs und dessen Umfeld festgestellt. Auf den betroffenen öffentlichen Flächen hat die Stadt bereits erste Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet.
Ursprünglich ist die Ameise im Mittelmeerraum beheimatet. Nach Deutschland gelangt sie vermutlich vor allem über Pflanzenlieferungen, etwa mit Oliven- und Feigenbäumen oder Palmen. Besonders wohl fühlt sie sich in warmen, stark vom Menschen geprägten Bereichen wie Straßenrändern, Parkplätzen, Friedhöfen und Grünanlagen. Nachweise gab es in Bayern bislang unter anderem in Aschaffenburg, Hösbach und Nürnberg.
Für Menschen ist die Große Drüsenameise nach Angaben der Stadt nicht giftig. Problematisch ist jedoch ihre schnelle Ausbreitung. Die Tiere können sogenannte Superkolonien bilden, heimische Arten verdrängen und Schäden verursachen. Eine bereits fest etablierte Kolonie vollständig zu beseitigen, gilt als nahezu unmöglich. Umso wichtiger sei es, neue Vorkommen frühzeitig zu erkennen und die weitere Ausbreitung einzudämmen.
Auffällig sind vor allem die breiten, häufig mehrspurigen Ameisenstraßen, die sich im Sommer bilden. Während die heimische Schwarze Wegameise meist in einer einzelnen Spur unterwegs ist, treten die Tiere von Tapinoma magnum in großer Zahl auf. Bei einer Störung strömen sie schnell aus dem Boden. Rund um die Nesteingänge finden sich häufig kleine Ansammlungen aus Sand oder Erde.
Die glänzend schwarzen Arbeiterinnen sind zwischen zwei und fünf Millimeter lang und können innerhalb einer Kolonie unterschiedlich groß sein. Werden die Tiere gereizt oder zerdrückt, geben sie einen Geruch ab, der als zitronig, ranzig oder acetonähnlich beschrieben wird. Eine sichere Bestimmung durch Laien ist dennoch nicht immer möglich.
Da sich die Ameisen bereits über den bislang bekannten Bereich hinaus ausgebreitet haben könnten, bittet die Stadt insbesondere Eigentümer, Mieter und Pächter im Umfeld des Bahnhofs, ihre Grundstücke aufmerksam zu beobachten. Verdachtsfälle sollten nicht auf eigene Faust mit großen Mengen handelsüblicher Ameisengifte behandelt werden, da diese laut Informationsblatt meist keine oder nur eine geringe Wirkung zeigen. Vom Abflammen der Nester wird wegen der Brandgefahr ausdrücklich abgeraten. Bei einem stärkeren Befall empfiehlt sich die Unterstützung durch einen professionellen Schädlingsbekämpfer.
Auf öffentlichen Flächen setzt die Stadt unter anderem Heißwasser ein, um die Population möglichst umweltschonend zu verringern. Verdächtige Funde können mit einer Beschreibung des Fundorts, dem Datum und aussagekräftigen Bildern per E-Mail an schaedlinge@hassfurt.de gemeldet werden. Je früher weitere Vorkommen bekannt werden, desto besser lässt sich verhindern, dass sich die kleine Ameise zu einem großen Problem entwickelt.
Bild: Im Bereich des Haßfurter Bahnhofs wurde die vermutlich invasive Ameisenart Tapinoma magnum nachgewiesen. Die Stadt hat bereits Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet und bittet auch Anwohner im Umfeld, verdächtige Vorkommen zu melden. Foto: René Ruprecht<




