Allgemein Haßfurt

Wie gut ist das Wasser aus dem eigenen Brunnen?

28. August 2026

Haßfurt. Gerade in heißen und trockenen Sommern ist der eigene Gartenbrunnen für viele Grundstücksbesitzer besonders wertvoll.

Gemüsebeete lassen sich damit bewässern, Teiche auffüllen oder Planschbecken befüllen – und gleichzeitig wird kostbares Leitungswasser gespart. Doch Brunnenwasser ist nicht automatisch für jede Nutzung geeignet. Wer wissen möchte, wie es um die Qualität des eigenen Wassers bestellt ist, hat am Montag, 31. August, in Haßfurt die Möglichkeit, eine Probe untersuchen zu lassen.

Das Labormobil des VSR-Gewässerschutzes macht von 9 bis 11 Uhr auf dem Marktplatz Station. Harald Gülzow und Frank Hage nehmen dort Wasserproben von Brunnenbesitzern entgegen und führen erste Untersuchungen direkt vor Ort durch.

Für eine Kostenbeteiligung von zwölf Euro werden Nitrat-, Säure- und Salzgehalt bestimmt. Die Ergebnisse erhalten die Brunnenbesitzer noch während der Aktion. Gegen eine zusätzliche Kostenbeteiligung können weitere Parameter untersucht werden. Damit lässt sich beispielsweise einschätzen, ob das Wasser zum Gießen von Gemüse oder zum Befüllen eines Planschbeckens beziehungsweise Gartenteichs geeignet ist.

Der Hintergrund: Auch optisch klares Brunnenwasser kann Belastungen enthalten. „Das Wasser aus dem Gartenbrunnen ist häufig mit Nitraten, Eisen, Bakterien und weiteren Stoffen belastet“, erklärt Harald Gülzow. Bei einer erweiterten Analyse können die Experten zudem beurteilen, inwieweit das Wasser im Notfall zum Trinken einsetzbar wäre. Die entsprechenden Messwerte werden anschließend in einem ausführlichen Gutachten per Post zugesandt.

Die Probenahme ist unkompliziert. Empfohlen wird eine 0,5-Liter-Mineralwasserflasche aus Kunststoff. Diese sollte geleert, mehrfach mit Brunnenwasser ausgespült und anschließend bis zum Rand gefüllt werden. Wichtig ist, weder die Innenseite der Flasche noch des Deckels mit den Händen zu berühren.

Mit der Aktion möchte der Verein nicht nur einzelnen Brunnenbesitzern Gewissheit über ihr Wasser geben. Die gesammelten Ergebnisse liefern zugleich Hinweise auf die Qualität des Grundwassers in der Region. Gerade außerhalb von Wasserschutzgebieten ist der VSR-Gewässerschutz dabei auf die Mithilfe privater Brunnenbesitzer angewiesen. Die Messergebnisse werden ausgewertet und unter anderem mit regionalen landwirtschaftlichen Daten abgeglichen.

Ein weiteres Thema am Informationsstand ist der nachhaltige Umgang mit Regenwasser. Vielerorts sinken die Grundwasserspiegel, weshalb der Versickerung auf dem eigenen Grundstück eine zunehmende Bedeutung zukommt. Niederschläge aus regenreichen Monaten können so ins Grundwasser gelangen und Reserven für trockenere Zeiten auffüllen.

Der VSR-Gewässerschutz engagiert sich seit 1980 für den Schutz von Grund- und Oberflächengewässern. Zusätzlich bietet der Verein donnerstags von 10 bis 14 Uhr unter 02831 9763342 eine telefonische Beratung an.

Weitere Informationen sowie aktuelle Messergebnisse für den Landkreis Haßberge gibt es unter vsr-gewaesserschutz.de.

Im Bild: Frank Hage (mitte) und Harald Gülzow (rechts) kommen mit dem Labormobil am 31. August auf den Haßfurter Marktplatz. Foto: Ruben Wiltsch

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