Eltmann. Mit der Kommunalwahl am 8. März 2026 endet in der Stadt Eltmann eine prägende Ära: Michael Ziegler (CSU) wird nach 24 Jahren als Erster Bürgermeister nicht mehr für dieses Amt kandidieren.
Stattdessen bewirbt sich der 57-Jährige um das Amt des Landrats im Landkreis Haßberge. Auch der amtierende Landrat Wilhelm Schneider (CSU) tritt nicht mehr an.
DAS ECHO hat sich mit Michael Ziegler unterhalten und mit ihm auf seine Amtszeit, zentrale Projekte und seine Motivation für den nächsten politischen Schritt geblickt.
Zukunftssicherung als Leitmotiv
Seit 30 Jahren gehört Ziegler dem Stadtrat an, 24 Jahre davon als Erster Bürgermeister. Ebenso lange ist er Mitglied des Kreistags, seit zwölf Jahren stellvertretender Landrat. Rückblickend beschreibt er die strategische Zukunftssicherung Eltmanns als die wichtigste Leitentscheidung seiner Amtszeit. Es sei ihm stets darum gegangen, die Stadt wirtschaftlich, sozial und kulturell so aufzustellen, dass sie für alle Generationen attraktiv bleibe.
Konkret habe dies Stadtsanierungen und Dorferneuerungen ebenso umfasst wie gezielte Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Vereine, Ehrenamt und Feuerwehr. Besonders stolz sei er auf den Anbau der Grundschule, die Neubauten der Kindergärten in Eltmann und Limbach sowie auf das neue Bürgerbüro mit Standesamt am Marktplatz. Frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen, habe für ihn immer oberste Priorität gehabt.
Eltmann als lebenswerter Standort
Mit Genugtuung blickt Ziegler auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Eltmann habe sich zu einer modernen und lebenswerten Stadt gewandelt. Der Ausbau neuer Straßen, die Sanierung öffentlicher Gebäude und der Neubau von Kindergärten hätten die Infrastruktur nachhaltig gestärkt. Schulen, Vereine und kulturelle Angebote sorgten für ein aktives Gemeinschaftsleben und machten die Stadt insbesondere für Familien attraktiv.
Steigende Einwohnerzahlen, eine erfreuliche Geburtenentwicklung und die Ausweisung neuer Baugebiete wertet er als klare Bestätigung dieses Kurses. Auch wirtschaftlich habe sich Eltmann positiv entwickelt: Die enge Zusammenarbeit mit örtlichen Betrieben trage Früchte, bestehende Unternehmen wüchsen weiter, Neuansiedlungen im Gewerbe- und Industriegebiet stärkten die wirtschaftliche Dynamik.
Projekte mit persönlichem Stellenwert
Ein Projekt liegt ihm dabei besonders am Herzen: das Vorhaben „Zukunft Innenstadt“. Dieses solle die Attraktivität der Stadt für Bürgerinnen, Bürger und Gäste weiter erhöhen. Ebenso wichtig sei ihm der Ausbau von Jugend- und Freizeitangeboten, damit junge Menschen echte Perspektiven in ihrer Heimat fänden.
Ein ganz persönliches Anliegen bleibe zudem das städtische Freibad im Maintal. Dieses solle erhalten und grundlegend saniert werden. Perspektivisch werde auch die Weiterentwicklung zu einem Kombibad mit Hallen- und Freibad geprüft. Die Finanzierung müsse zwar noch geklärt werden, für ihn sei jedoch klar, dass es sich dabei um einen zentralen Baustein für die Lebensqualität – nicht nur in Eltmann, sondern in der gesamten Region – handle.
Der Schritt in eine neue Verantwortung
Seine Entscheidung, nicht erneut als Bürgermeister anzutreten, sei ihm keineswegs leicht gefallen. Nach intensiver Abwägung habe er sich jedoch bewusst für die Kandidatur als Landrat entschieden. Darin sehe er die Chance, die erfolgreiche Arbeit aus Eltmann auf Kreisebene fortzuführen und größere Verantwortung zu übernehmen. Einen „Plan B“ gebe es nicht, wie er mit einem Augenzwinkern betont.
Durch seine langjährige Erfahrung als Bürgermeister und stellvertretender Landrat sehe er sich gut gerüstet. Er kenne die Menschen, Strukturen und Herausforderungen des Landkreises sehr genau. Die wiederholte Vertretung des amtierenden Landrats habe ihm wertvolle Einblicke vermittelt und deutlich gemacht, worauf es in diesem Amt ankomme. Entsprechend gehe er mit Entschlossenheit und Tatkraft in diese neue Herausforderung.
Abschied mit Dankbarkeit
Trotz aller Zukunftspläne fällt ihm der Abschied aus dem Bürgermeisteramt emotional schwer. Eltmann sei seine Heimat, sein Zuhause und Lebensmittelpunkt – geprägt von unzähligen persönlichen Begegnungen und Erinnerungen. Gleichzeitig freue er sich darauf, der Stadt auch künftig eng verbunden zu bleiben und ihre weitere Entwicklung zu begleiten.
Für die kommenden Jahre sieht Ziegler klare Aufgaben: bezahlbarer Wohnraum, eine verlässliche medizinische Versorgung und eine nachhaltige Stadtentwicklung stünden im Mittelpunkt. Zudem müssten zentrale Infrastrukturprojekte wie die Sanierung der Industriestraße, der Bau neuer Wasserhochbehälter und der weitere Ausbau der Digitalisierung konsequent vorangetrieben werden.
Zum Abschluss richtet er sich mit Dankbarkeit an die Bürgerinnen und Bürger: „Ich danke allen Bürgerinnen und Bürgern ganz herzlich für das Vertrauen und die Unterstützung in all den Jahren. Es war mir eine große Ehre, unserer Stadt Eltmann zu dienen. Bleiben Sie engagiert, bringen Sie sich ein und gestalten unsere Gemeinschaft weiterhin aktiv mit. Ich freue mich auf die verbleibenden Wochen im Amt und auf alles, was wir in dieser Zeit noch gemeinsam erreichen können. Lassen Sie uns mit Zuversicht, Respekt und gegenseitigem Vertrauen nach vorne blicken.“
Bild: Michael Ziegler war 24 Jahre lang das Stadtoberhaupt in Eltmann. Nun bewirbt er sich um den Posten des Landrates. Foto: René Ruprecht




