Zeil am Main. Wenn Anfang Oktober die fränkischen Farben aufblühen und der Duft von Bratwurst, Mandeln und Kirchweihbraten durch die Gassen zieht, ist in Zeil wieder Kerwa.
Vom 3. bis 7. Oktober verwandelt sich die Stadt in einen stimmungsvollen Festplatz, an dem sich Tradition, Altstadtflair und Lebensfreude zu einem besonderen Erlebnis vereinen.
Herzstück der Zeiler Kirchweih ist wie in jedem Jahr der Kirchweihmarkt rund um den Marktplatz, der am Sonntag, 5. Oktober, bereits früh am Morgen beginnt. Zwischen Fachwerkfassaden und Kopfsteinpflaster laden zahlreiche Händlerstände zum Bummeln, Stöbern und Genießen ein. Das vielfältige Angebot reicht von Handwerkskunst über regionale Produkte bis hin zu Bekleidung und Dekorativem – ein echtes Markterlebnis mit traditionellem Charakter.
Besonders hervorzuheben ist der verkaufsoffene Sonntag, der von 13 bis 18 Uhr das Einkaufserlebnis in der Altstadt abrundet. Die örtlichen Geschäfte öffnen ihre Türen und präsentieren sich mit saisonalen Angeboten, besonderer Beratung und vielen kleinen Überraschungen. Der verkaufsoffene Sonntag ist längst ein fester Bestandteil der Kirchweih geworden – und für viele Besucher einer der Hauptgründe, nach Zeil zu kommen.
Wer nach dem Bummel Appetit bekommt, muss nicht weit gehen. Über die gesamte Kirchweih hinweg laden die Zeiler Gaststätten mit fränkischen Spezialitäten zum Genießen ein. Im Gasthaus Göller kommen Klassiker wie Entenpfeffer, Bocks- oder Sauerbraten auf den Tisch – frisch zubereitet und in uriger Atmosphäre. Im Brotzeitkeller von Bauer Robert wird an jedem Kirchweihtag ein anderes Gericht serviert: Kesselfleisch, frischer Hahn oder Kirchweihbraten – ein Fest für Liebhaber deftiger Küche. Und wer es etwas ruhiger mag, genießt am Zeiler Käppele nicht nur Brotzeiten, Kuchen und Mittagstisch, sondern auch einen der schönsten Ausblicke über das Maintal.
Ein weiteres Highlight ist der Kirchweihrummel auf dem Parkplatz am Tuchanger, der von Freitag bis Montag geöffnet ist. Hier schlägt das Herz der Kirchweih besonders laut: Kinderkarussells, Autoscooter, Spielbuden und süße Leckereien sorgen für das typische Kirmesgefühl. In den Abendstunden wird der Platz zur geselligen Begegnungsstätte, an der sich Jung und Alt begegnen – begleitet vom bunten Lichterglanz und dem Duft nach Zuckerwatte und Gegrilltem.
Und dann wäre da noch der Sport – denn in Zeil gehört der Fußball untrennbar zur Kirchweih dazu. Gleich zwei Heimspiele stehen am Festwochenende auf dem Programm. Am Samstag, 4. Oktober, um 16 Uhr trifft die erste Mannschaft des FC 08 Zeil auf den SC Trossenfurt-Tretzendorf. Die Gäste gehören zu den stärksten Teams der Kreisliga und reisen als Tabellenzweiter an. Die Nullachter, derzeit auf Rang vier, haben sich im oberen Tabellendrittel etabliert – auch wenn der Aufstieg kein offizielles Saisonziel ist, möchte man zur Kirchweih natürlich ein sportliches Ausrufezeichen setzen. Besonders gefragt wird dabei die Defensive der Zeiler sein, denn mit Thorsten Schlereth steht bei Trossenfurt der aktuell gefährlichste Torjäger der Liga auf dem Platz.
Am Sonntag, 5. Oktober, um 13 Uhr empfängt dann die zweite Mannschaft den TSV Goßmannsdorf in der A-Klasse. Die Gastgeber sind bislang sieglos, konnten aber schon einige Unentschieden einfahren. Die Gäste zeigen sich bislang wechselhaft – mal stark, mal anfällig. Die Hoffnung auf den ersten Saisonsieg ist bei den Nullachtern also keineswegs unbegründet. Zumal der Heimvorteil zur Kirchweih in Zeil schon so manches Mal den Unterschied gemacht hat.
Die Zeiler Kirchweih ist nicht nur ein Fest, sie ist ein Ereignis, das die Stadt in besonderer Weise zusammenschweißt. Zwischen Marktständen, Bierbänken und Fußballplatz erleben Besucher Tage voller Begegnungen, Aromen und Erinnerungen. Wer den Zauber eines echten fränkischen Kirchweihwochenendes erleben will, ist in Zeil genau richtig. Denn hier weiß man: Kerwa ist mehr als feiern – Kerwa ist ein Stück Heimat.
Bild: Rene Ruprecht




