Haßfurt. 30 Jahre Jugendfeuerwehr sind weit mehr als drei Jahrzehnte voller Übungen, Wettbewerbe und gemeinsamer Erlebnisse.
In Haßfurt bedeutet dieses Jubiläum vor allem eines: Viele der Jugendlichen von damals sind heute diejenigen, die bei Bränden, Unfällen und anderen Notlagen Verantwortung übernehmen. Ein großer Teil der aktiven Mannschaft hat seine ersten Schritte bei der Jugendfeuerwehr gemacht. Auch die beiden Kommandanten Christina Meisch und Julian Weidinger sowie Feuerwehrvereinsvorsitzender Frederik Rumpel stammen aus den eigenen Nachwuchsreihen.
Gefeiert wird das Jubiläum am Sonntag, 27. September, beim großen Tag der offenen Tür im Feuerwehrgerätehaus An der Mittelmühle 1. Von 10 bis 19 Uhr öffnet die Wehr ihre Türen, der offizielle Festakt beginnt um 11.15 Uhr.
Die Geschichte der Jugendfeuerwehr begann unter dem damaligen Kommandanten Josef Jüngling. Erste Jugendwartin war Julia Volpert, die zunächst 20 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren betreute. Schon kurze Zeit später wurde sie von Sabine Jüngling unterstützt. 1998 sank das Eintrittsalter auf zwölf Jahre.
Heute gehören 17 Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren zur Gruppe, darunter zehn Jungen und sieben Mädchen. Betreut werden sie von Jugendwartin Sabine Jüngling, ihren Stellvertretern Markus Hebert und Markus Aigner sowie fünf weiteren Betreuern.
Die Anforderungen an die Jugendarbeit sind über die Jahre deutlich gewachsen. Trainiert wird freitags und samstags im wöchentlichen Wechsel. Auf dem Programm stehen klassische Feuerwehrtechnik, Erste Hilfe, Fahrzeugkunde, Leitern und technische Hilfeleistung. Entsprechend breit ist auch das Jugendleitungsteam aufgestellt.
Dabei dürfen die Jugendlichen selbst mitgestalten. Jährlich gewählte Jugendsprecher und Schriftführer bilden das Bindeglied zur Jugendleitung, helfen bei der Organisation von Freizeitveranstaltungen und bringen eigene Ideen für Übungen und Aktionen ein.
Denn Jugendfeuerwehr bedeutet in Haßfurt längst nicht nur Ausbildung. Übernachtungen im Gerätehaus gehören seit vielen Jahren genauso dazu wie Kanutouren, Klettergarten, Bowling, Schwimmbadbesuche und gemeinsame Ausflüge. Seit 2009 findet alle zwei Jahre ein Berufsfeuerwehrwochenende statt, bei dem die Jugendlichen realistisch nachgestellte Einsätze bewältigen. Auch Wissenstest, Jugendleistungsmarsch und weitere Wettbewerbe gehören fest zum Jahresprogramm.
Der Nachwuchs kommt inzwischen teilweise schon aus den eigenen Reihen. Vor zehn Jahren wurde zusätzlich eine Kinderfeuerwehr gegründet, die Mädchen und Jungen bereits ab sechs Jahren aufnimmt. Viele wechseln mit zwölf Jahren direkt in die Jugendfeuerwehr und später weiter in die aktive Mannschaft. Eine gemeinsame Spaßübung mit anschließendem Grillen erleichtert dabei den Übergang zu den Großen.
Wie lebendig diese Nachwuchsarbeit ist, können Besucher beim Tag der offenen Tür selbst erleben. Los geht es um 10 Uhr mit einem Weißwurstfrühstück. Ab mittags gibt es Käsespätzle, Spezialitäten vom Grill sowie Kaffee und Kuchen.
Ab 14 Uhr stehen drei Vorführungen auf dem Programm. Kinder- und Jugendfeuerwehr zeigen ihr Können, zum Abschluss wird eine Fettbrandexplosion demonstriert. Fahrzeuge, Schutzausrüstung und Feuerwehrtechnik können den ganzen Tag über besichtigt werden. Auch das THW Haßfurt und das BRK Haßberge sind vertreten. Für die jüngeren Gäste gibt es eine Tombola der Jugendfeuerwehr, eine Hüpfburg und Kinderschminken.
Das Jubiläum ist damit nicht nur Anlass zum Feiern und Zurückblicken. Es zeigt vor allem, welchen Stellenwert eine funktionierende Nachwuchsarbeit für eine Feuerwehr hat. Denn aus den Jugendlichen, die heute erste Handgriffe lernen und gemeinsam üben, werden im besten Fall jene Frauen und Männer, auf die sich Haßfurt auch morgen verlassen kann.
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