Allgemein Region

Mehr Nachwuchs im unterfränkischen Handwerk

11. September 2026

Unterfranken. Das Handwerk kann zum Ausbildungsstart erneut ein Plus vermelden. Zum Stichtag Ende August haben 2.408 junge Menschen einen neuen Ausbildungsvertrag bei einem unterfränkischen Handwerksbetrieb abgeschlossen.

Das sind rund 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit steigt die Zahl der neuen Lehrverträge bereits im vierten Jahr in Folge und erreicht wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie.

„Das ist ein wirklich starkes Ergebnis“, freut sich Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken. Für ihn zeigt die Entwicklung, dass die Bemühungen um Nachwuchs Wirkung zeigen und eine handwerkliche Ausbildung für junge Menschen weiterhin attraktiv ist.

Eine zunehmend wichtige Rolle spielen dabei Auszubildende ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Ihr Anteil liegt inzwischen bei rund 22 Prozent. 2024 waren es noch 16 Prozent, im vergangenen Jahr 21 Prozent. Die neuen Auszubildenden kommen aus rund 90 verschiedenen Nationen. Bayernweit stehen bei den neuen Lehrverträgen mit Menschen aus Drittstaaten Vietnam, Afghanistan, Syrien und die Ukraine besonders weit vorne.

„Ohne diesen Anteil an internationalen Auszubildenden wäre das Handwerk nicht so stark, wie es jetzt ist“, betont Paul. Gleichzeitig bringt diese Entwicklung neue Herausforderungen mit sich. Vor allem mangelnde Sprachkenntnisse erschweren teilweise den Einstieg in Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildung. Hier seien Ausbildungsbetriebe und Bildungseinrichtungen besonders gefordert.

Dass das Handwerk trotz Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz für viele junge Menschen interessant bleibt, überrascht Paul nicht. Moderne Handwerksberufe verbinden längst klassische Fertigkeiten mit Hightech – etwa wenn Anlagenmechaniker per Tablet Heizungs- und Photovoltaiksysteme vernetzen oder Schreiner an computergesteuerten CNC-Maschinen arbeiten.

Die Chancen für Jugendliche bleiben hervorragend: Aktuell sind in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer noch mehr als 1.500 freie Ausbildungsplätze in Unterfranken gemeldet. „Unsere Ausbildungsbetriebe geben jungen Menschen nicht nur eine Chance zum Einstieg in den Beruf, sondern investieren auch in deren persönliche Entwicklung“, so Paul.

 

BILD: 2.408 junge Menschen beginnen zum Ausbildungsstart 2026 eine Ausbildung im unterfränkischen Handwerk. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 3,8 Prozent. Foto: Sascha Schneider

Dies könnte Ihnen auch gefallen