Schonungen. Der Bauernkrieg von 1525 zählt zu den bedeutendsten Ereignissen der frühen Neuzeit. Aus Unzufriedenheit mit den sozialen, politischen und religiösen Verhältnissen erhoben sich in vielen Teilen Süddeutschlands hunderttausende Menschen gegen die herrschenden Machtstrukturen.
Auch das Schweinfurter Land war direkt betroffen. Wie konkret sich die Ereignisse jener Zeit bis heute nachvollziehen lassen, zeigt ein Vortrag am Freitag, 14. November 2025, um 19 Uhr in der Alten Kirche in Schonungen.
Dr. Thomas Horling, Historiker und zweiter Vorsitzender des Fördervereins Schloss Mainberg, stellt unter dem Titel „Revolution 1525! Der Bauernkrieg kommt zu uns“ neueste Erkenntnisse aus seinen Recherchen vor. Die Auswertung historischer Quellen bringt überraschende Details ans Licht und macht einzelne Akteure sichtbar.
So wurde das Schloss Mainberg, das erst 1480 erbaut worden war, von einem Mann aus Sennfeld in Brand gesteckt. Der dortige Amtmann stellte sich auf die Seite der Aufständischen. In Schonungen wurden gezielt Urkunden im Schlossarchiv vernichtet. In Geldersheim kam ein Adliger ums Leben. Die Reaktion auf den Aufstand fiel hart aus: In Grettstadt und Löffelsterz brannten Häuser der Aufständischen, Männer aus Gochsheim, Geldersheim und Marktsteinach wurden hingerichtet. Andere Beteiligte kamen mit deutlich milderen Strafen davon.
Der Vortrag bietet einen lebendigen Einblick in die lokalen Auswirkungen eines historischen Konflikts, der häufig nur als überregionales Ereignis wahrgenommen wird. Besucherinnen und Besucher erwartet ein spannender Abend mit neuen Perspektiven auf die Geschichte der eigenen Heimat.
Im Anschluss lädt der Förderverein zu einem Glas Sekt ein. Außerdem werden die bekannte Schloss-Schokolade sowie weihnachtliche Marmeladen zugunsten der Vereinsarbeit verkauft. Der Eintritt ist frei.
Schloss Mainberg spielte im Bauernkrieg 1525 eine zentrale Rolle. Historische Quellen berichten von Brandstiftung und dem Seitenwechsel des dortigen Amtmanns. Foto: Daniela Harbeck-Barthel



