Hofheim (msch) . Bereits mehr als 370 Gebäudeleerstände konnten in den 53 Orten der Hofheimer Allianz revitalisiert werden. Am Montag erhielten bereits zum zweiten Mal Bauherren, denen die Sanierung besonders gut gelang, vier Preise aus den Händen der Allianz sowie der Sparkasse.
Ziel des Preises sei es, privaten Bauherren eine Anerkennung für ihre beispielgebenden Projekte zu verleihen sowie die Öffentlichkeit für die Themen Innenentwicklung und Bestandssanierung zu sensibilisieren, sagte Allianzmanager Philipp Lurz bei der Preisverleihung im Bürgerzentrum.
Beworben hatten sich 13 private Bauherren, die in einem Altort innerhalb der sieben Allianzgemeinden eine Bestandsimmobilie saniert haben. „Die Qualität der eingereichten Beiträge war sehr hoch“, sagte Wolfgang Borst, erster Vorsitzender der Gemeinde-Allianz Hofheimer Land.
Ende März dieses Jahres besichtigte eine Jury aus Vertretern der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge, des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken, der Regierung von Unterfranken und der Gemeinde-Allianz Hofheimer Land sechs ausgewählte Sanierungsobjekte und bewertete diese. Bewertungskriterien waren unter anderem das persönliche Engagement der Bauherren, die Berücksichtigung regionaltypischer Materialien, die Einbindung lokaler Handwerksbetriebe und die Beispielhaftigkeit des Bauvorhabens. An Ende des Besichtigungstages wurden aus den individuellen Ranglisten der Jury-Mitglieder vier Preisträger gekürt, wobei der zweite Preis aufgrund von Punktgleichheit doppelt vergeben wurde.
Den ersten Platz erreichten Johannes und Verena Schäfer für die Sanierung eines leerstehenden, denkmalgeschützten Dreiseitenhofs in Üschersdorf (Gemeinde Burgpreppach).
Platz zwei ging nach Nassach (Gemeinde Aidhausen). Dort sanierte die aus der Nähe von Bad Tölz stammende Rose Strobl eine Hofstelle mit Fachwerkhaus und Scheue. Ebenfalls auf Platz zwei landeten Jennifer Linder und Rene Bamberger. Sie sanierten in Bundorf einen leerstehenden, denkmalgeschützten Dreiseitenhof. Den dritten Platz erzielten Lisa und Florian Karch für die Sanierung eines Wohnhauses aus dem 19. Jahrhundert in Humprechtshausen (Gemeinde Riedbach). Die Preisträger erhielten neben Urkunden Geldpreise, die von der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge gestiftet wurden.
Am Ende war sich die Jury einig, dass das Ehepaar Schäfer ganz oben auf dem Treppchen stehen muss. „Hier wurde eben nicht umgebaut, sondern vielmehr weiterentwickelt“, sagt Architekt und Jury-Mitglied Simon Gößmann vom Amt für Ländliche Entwicklung. Der authentische Gesamteindruck halt die Geschichte des Anwesens am Leben und sei bewundernswert. Die Herangehensweise an die Instandsetzungsmaßnahme sei beispielhaft und absolut preiswürdig, so der Architekt.
Die Schäfers aus Üschersdorf haben den Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert nach eigenen Angaben völlig entkernt. Aus dem ehemaligen Kuhstall wurde eine Wohnung für das Ehepaar. Zudem entstand eine Mietwohnung nebenan. Der Dreiseithof wurde bis in die 1950er Jahre landwirtschaftlich genutzt. Bevor Johannes Schäfer den Hof im Jahr 2017 kaufte, stand er mehrere Jahre leer. Die Renovierung begann im Jahr 2017 mit dem Entfernen des Wildwuchses in Hof und Garten bis zu Restarbeiten an der Außenfassade in diesem Jahr. Aus der Güllegrube im Hof wurde eine Terrasse, aus dem Schweinestall eine Werkstatt. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert Strom. Ein restaurierter Holzbackofen lockt an Backtagen neugierige Dorfbewohner.
Foto: Martin Schweiger




