Sport

Neuschleichach im Niemandsland: „Teilweise ganz gut, aber manchmal zu naiv“

5. November 2018

Von anpfiff.info-Reporter Sebastian Pflaum
Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass sich ein Absteiger im Folgejahr zumeist schwer tut, den Rhythmus der neuen Liga sofort im Takt mitklatschen zu können. Dies trifft auch auf den SV Neuschleichach zu, der vor kurzem noch in der Kreisklasse 3 an den Start ging. Nach jetzt zwölf absolvierten Partien steht das Team von Spielertrainer Jonas Schmitt mit 19 Punkten im Tabellenmittelfeld. Zeit für ein Zwischenfazit.
Sieben Zähler Rückstand nach oben, genügend Vorsprung nach unten

Als einziger Absteiger geht der SV Neuschleichach in der Saison 2018/2019 in der A-Klasse 5 an den Start. Der Trainer ist immer noch derselbe, wie auch schon vor zwei Jahren, als die Viktoria zuletzt Teil der A-Klasse gewesen war, nämlich Jonas Schmitt. 2012 aus Knetzgau gekommen, steht er seither regelmäßig auch selbst mit auf dem Feld, wenn der SVN um Tore und Punkte kämpft. 

34 Mal ist es dem Sportverein von 1949 in der laufenden Spielzeit bereits gelungen, den Ball im gegnerischen Gehäuse unterzubringen. Ein Wert über dem Durchschnitt, der allerdings durch die relativ hohe Anzahl an Gegentoren  – 27 an der Zahl – wieder an Charme verliert. Insgesamt hat der SV Neuschleichach bisher eine Bilanz von sechs Siegen, einem Unentschieden und fünf Niederlagen vorzuweisen und ist somit das klassische Mittelmaß. 

Dennoch, mit dem Sieg gegen den Aufstiegsaspiranten Zeil und dem Punktgewinn beim SC Stettfeld hat die Schmitt-Truppe gezeigt, dass mit ihr womöglich noch zu rechnen ist, wenn es in der zweiten Saisonhälfte um die Entscheidungen geht. anpfiff.info bat den zufriedenen Coach zum Interview.

Herr Schmitt, die Hälfte der Saison ist vorbei. Mit 19 Punkten aus 12 Spielen steht Ihr SVN momentan im „oberen Niemandsland“ der Tabelle. Sind Sie zufrieden damit?
Jonas Schmitt: Natürlich versucht man immer, das Maximum herauszuholen. Aber gerade nach einem Abstieg ist es wichtig, dass die Stimmung nicht kippt. Vor allem, weil wir mit Sven Schwaten und Nico Koch zwei absolute Leistungsträger verloren haben. Ich denke, das haben wir ganz gut hinbekommen. Auch unserer langjähriger Stammkeeper Thomas Huttner ist zum Glück noch da, wenn er benötigt wird. Er wollte aber auf eigenen Wunsch so langsam einen „Generationenwechsel“ einläuten. Und sicher gibt es Mannschaften, die fußballerisch mehr Glanzlichter gesetzt haben, als wir. Aber wenn man die Moral in einigen Spielen betrachtet, zum Beispiel gegen Zeil und zweimal gegen Stettfeld, dann war das teilweise schon ganz gut. Manchmal sind wir in einigen Situationen noch zu naiv, aber daran arbeiten wir.

Welche Ziele haben Sie sich denn vor dem Saisonstart gesetzt? Halten Sie nach der Hinrunde immer noch an ihnen fest?
Jonas Schmitt: Das eine Ziel, den Laden zusammenzuhalten und jüngere Spieler zu integrieren, hat ganz gut funktioniert. Das zweite Ziel ist sicher, einfache Fehler abzustellen und vielleicht noch den einen oder anderen Tabellenplatz gut zu machen.

Worin sehen Sie die größten Unterschiede zwischen Kreis- und A-Klasse?
Jonas Schmitt: Die Kreisklasse ist wesentlich schneller und Fehler werden noch schneller bestraft. Dafür muss man in der A-Klasse aber häufiger „das Spiel machen“, was auch nicht immer einfach ist.

Mit elf Treffern und einer Torvorlage sind Sie selbst der Topscorer Ihres Teams. Sie tragen also durchaus zum einen oder anderen Punktgewinn bei. Wer, außer Ihnen, ist außerdem ein unverzichtbarer Schlüsselspieler im Kader?
Jonas Schmitt: Einen einzelnen Spieler herauszustellen, habe ich immer vermieden. Und dass ich die meisten Tore erzielt habe, ist nun einmal mein Job als Stürmer. Es gibt bei uns einige Spieler, die Verantwortung übernehmen. Spieler, die auf und auch neben dem Platz wichtig für Verein und Mannschaft sind. Aber auch die Spieler, die einspringen, wenn sie benötigt werden, sind enorm wichtig. Wir sind ein guter Haufen, bei dem eigentlich jeder das Zeug hat, um für gute Stimmung zu sorgen.
Blicken wir nach vorne: Drei Spiele sind bis Mitte November noch zu gehen. Wie viele Punkte muss Ihre Mannschaft gegen Knetzgau, Ziegelanger und Limbach noch holen, damit Sie zufrieden in die Winterpause gehen können?
Jonas Schmitt: Generell will ich jedes Spiel gewinnen. Und nachdem wir die Hinspiele gegen Knetzgau, Ziegelanger und Limbach gewonnen haben, möchte ich die Rückspiele natürlich auch gewinnen.

Abschließend noch eine Frage zur Winterpause selbst: Werden Sie sich für die Rückrunde noch irgendeine Verstärkung zulegen? Wird sich irgendetwas verändern?
Jonas Schmitt: Vor kurzem ist Patric Neumann zu uns gestoßen, der auch Erfahrungen aus höheren Klassen vorzuweisen hat. Allerdings hat er länger nicht gespielt. Deswegen lassen wir es langsam angehen. Außerdem ergibt sich immer einmal wieder etwas. Und wenn sich etwas ergibt, werden wir uns nicht dagegen wehren.

anpfiff.info bedankt für das Interview und wünscht dem SV Neuschleichach für die kommende Zeit alles Gute!

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