Ebern/Unterfranken. Schon seit Jahren kursieren in den sozialen Netzwerken Warnungen vor manipulierten Halloween-Süßigkeiten.
Auch in den Wochen vor dem diesjährigen Halloweenfest tauchten entsprechende Beiträge auf, die nicht selten als Panikmache oder Falschmeldungen abgetan wurden. Doch nun gibt es tatsächlich mehrere polizeilich dokumentierte Fälle. Auch in Ebern wurde eine Nadel in einem Schokoriegel entdeckt. Das Polizeipräsidium Unterfranken warnt deshalb ausdrücklich davor, die gesammelten Süßigkeiten ungeprüft zu verzehren.
Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Samstag, dem 31. Oktober. Eine Gruppe mit mehreren Kindern war am Halloweenabend im Eberner Siedlungsgebiet rund um die Schönhengststraße unterwegs, um von Haus zu Haus zu ziehen und Süßigkeiten zu sammeln. Als die Kinder später ihre Naschtüten ausleerten, machten sie eine erschreckende Entdeckung. Aus einem originalverpackten „Snickers Mini“ ragte eine rund zwei Zentimeter lange, goldfarbene Nadel heraus. Der präparierte Schokoriegel wurde inzwischen der Polizei übergeben und sichergestellt. Wo genau die Süßigkeit an die Kinder ausgegeben wurde, ist bislang unklar. Weitere Auffälligkeiten wurden bei den gesammelten Süßigkeiten nicht festgestellt.
Doch Ebern ist kein Einzelfall. Wie das Polizeipräsidium Unterfranken am Dienstag mitteilte, wurden auch in Goldbach im Landkreis Aschaffenburg sowie in Eibelstadt im Landkreis Würzburg manipulierte Süßigkeiten entdeckt. In Goldbach fanden Eltern in einem Fruchtgummi einen scharfkantigen Metallspan, der beim Verzehr hätte verschluckt werden können. In Eibelstadt steckte eine etwa fünf Zentimeter lange Nähnadel in einem Schokoriegel. Bereits zuvor war aus Obernburg am Main ein ähnlicher Vorfall bekannt geworden.
Damit ermittelt die Polizei inzwischen in vier Fällen in Unterfranken wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Glücklicherweise wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand verletzt. In keinem der Fälle konnte bislang geklärt werden, an welchem Anwesen die gefährlichen Süßigkeiten ausgegeben wurden.
Die Funde sind besonders deshalb beunruhigend, weil entsprechende Warnungen in sozialen Netzwerken immer wieder für Diskussionen sorgen. Während manche Nutzer zur Vorsicht mahnen, halten andere solche Meldungen für übertriebene Angstmache. Tatsächlich lassen sich viele der im Internet verbreiteten Geschichten nicht überprüfen. Die aktuellen Vorfälle zeigen jedoch, dass manipulierte Süßigkeiten keine grundsätzlich erfundene Gefahr sind. Auch aus zahlreichen anderen Bundesländern wurden nach dem diesjährigen Halloweenfest ähnliche Fälle gemeldet.
Das Polizeipräsidium Unterfranken appelliert deshalb an alle Eltern, die Halloween-Ausbeute ihrer Kinder sorgfältig zu kontrollieren. Besonders sollte auf Einstichstellen, beschädigte Verpackungen und ungewöhnliche Veränderungen an den Süßigkeiten geachtet werden. Verdächtige Funde sollten keinesfalls gegessen, aber auch nicht weggeworfen werden. Stattdessen bittet die Polizei darum, diese einschließlich der Verpackung bei der örtlichen Polizeidienststelle abzugeben.
Auch Personen, die ähnliche Feststellungen gemacht haben oder Hinweise auf mögliche Verantwortliche geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Die Ermittlungen dauern an.
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