Sand. Die Kirchweih in Sand gehört seit Jahren zu den größten und meistbesuchten im Landkreis.
Wenn am ersten Septemberwochenende der Kerwabaum steht und sich die Fahrgeschäfte am Altmain drehen, ist im Ort einiges los. Auch 2026 dürfen sich die Besucher auf einen gut bestückten Rummel, Live-Musik, besondere Angebote der örtlichen Gastronomie und ein Fußballwochenende freuen, das es sportlich in sich hat.
Los geht es am Freitag mit dem Aufstellen des Kirchweihbaums um 17 Uhr auf dem Kirchplatz. Das Blasorchester Sand begleitet die Veranstaltung musikalisch und führt anschließend den kleinen Festzug zum Rummelplatz am Altmain an. Dort öffnet ab 18 Uhr der Vergnügungspark. Autoscooter, Kinderkarussell, Entenangeln, Schießstand, Losbude und Süßwarenstände sorgen auch in diesem Jahr dafür, dass sich der Weg an den Altmain lohnt. Am Samstag öffnen die Fahrgeschäfte ab 15 Uhr, am Sonntag ab 14 Uhr und am Montag nochmals ab 15 Uhr.
Ein besonderes Augenmerk liegt am Kirchweihwochenende auf dem Seestadion. Denn dort kommt es in der Bezirksliga zum Landkreisduell zwischen dem FC Sand und dem TV Haßfurt – und diesmal reist der Aufsteiger aus der Kreisstadt mit reichlich Selbstvertrauen an.
Der TV Haßfurt ist in der noch jungen Saison ungeschlagen und rangiert trotz eines Spiels weniger auf dem zweiten Tabellenplatz. Besonders beeindruckend ist die Defensive: In fünf Partien kassierte die Mannschaft bislang lediglich einen Gegentreffer und blieb zuletzt vier Spiele in Folge ohne Gegentor. Gleichzeitig funktioniert auch die Offensive mit 13 Treffern bestens. Beim 3:0 gegen das Spitzenteam aus Bergrheinfeld deuteten die Haßfurter bereits an, dass sie auch gegen die etablierten Mannschaften der Liga bestehen können.
Doch Sand will gerade zur Kerwa zeigen, dass der Weg an den Schwarz-Weißen weiterhin nicht vorbeiführt. Über viele Jahre war der FC das sportliche Aushängeschild des Landkreises, spielte in der Bayern- und Landesliga und gehörte auch nach dem Abstieg in die Bezirksliga regelmäßig zur Spitzengruppe. Die laufende Runde begann ebenfalls vielversprechend: Gegen Gerolzhofen, Großbardorf II und Thulba – dort sogar mit 5:0 – gab es Siege, beim TSV Knetzgau ein Unentschieden. Niederlagen musste man gegen die Spitzenteams aus Ettleben und Untererthal hinnehmen.
Damit bietet das Kirchweihduell die passende Gelegenheit, ein Ausrufezeichen zu setzen. Für Sand geht es um den Nachweis, weiterhin zur Gruppe der Topteams zu gehören. Für Haßfurt wird die Partie zum nächsten Gradmesser, wie weit der Aufsteiger tatsächlich schon ist.
Auch bei der zweiten Mannschaft verspricht die Begegnung mit der SG Steinbach/Stettfeld Spannung. Beide Teams liegen in der Tabelle dicht beieinander und haben Kontakt zur Spitzengruppe. Während die Gäste bislang vor allem offensiv überzeugen, stellt der FC Sand II die stärkste Abwehr der Liga. Beste Voraussetzungen also für eine umkämpfte Kirchweihpartie.
Wer nach dem Fußball noch bleiben möchte, muss das Seestadion ohnehin nicht verlassen. Die Stadiongaststätte ist längst nicht nur an Spieltagen eine bekannte Adresse für gutes Essen und fährt zur Kerwa gleich sechs Tage lang groß auf. Vom original Sander Bocksbraten über Ente, Ochsenbäckchen und Wildschweinbraten bis hin zu Burgern und Spareribs reicht das Angebot. Vom 3. bis 8. September kann dort zur Kirchweih geschlemmt und gefeiert werden.
Auch andernorts im Ort ist einiges geboten. Im Wein- und Biergarten „Goger’s Wiesn“ gibt es am Samstag ab 16.30 Uhr Country-Musik mit Lonnie Dale, am Sonntag spielen ab 17 Uhr „The Silhouettes“. Dazu werden hausgemachte Weine und Speisen angeboten. Auch die weiteren Gaststätten, Weinlokale und Heckenwirtschaften beteiligen sich mit eigenen Kirchweihangeboten.
Damit dürfte Sand auch in diesem Jahr seinem Ruf als eine der großen Kirchweihadressen im Landkreis gerecht werden: mit einem Rummel, der weit über den Ort hinaus Besucher anzieht, viel guter Küche – und einem Fußball-Derby, bei dem die Rollen längst nicht mehr so eindeutig verteilt sind wie vielleicht noch vor einigen Jahren.
Foto: Privat




